Oracle Read-Only Homes: Software und Konfiguration endlich getrennt
Shownotes
Oracle Read-Only Homes: Software und Konfiguration endlich getrennt
Ein gutes Feature mit irreführendem Namen — und einem Haken beim Patchen
Robert steigt mit einer unbequemen Frage ein: Wie viele Oracle Homes hat man je gesehen, die nach zwei Jahren noch aussehen wie am Tag nach der Installation? Johannes will es lieber gar nicht so genau wissen. In einem Home von schnell einmal elf oder zwölf Gigabyte sammelt sich mit der Zeit allerhand an, das dort nicht hingehört — und das beim nächsten Patch oder beim Out-of-Place-Upgrade zuverlässig im Weg steht, vergessen wird oder über Symbolic Links notdürftig zusammengehalten werden muss.
Der eigentliche Konstruktionsfehler dahinter: Konfigurationsdateien liegen im Oracle Home, obwohl das Home eigentlich nur Software enthalten sollte, die man austauschen können möchte. Genau dafür gibt es seit Version 18 das Read-Only Oracle Home. Johannes stellt gleich klar, dass der Name nicht wörtlich zu nehmen ist: Technisch bleibt das Verzeichnis beschreibbar, man könnte weiterarbeiten wie bisher. Der Wert liegt woanders — die Installation der Software wird von den Konfigurationsdateien entzerrt.
Eingeschaltet wird das über das Read-Only Oracle Home Control Utility, kurz roohctl, mit dem Schalter -enable. Der Haken: Das funktioniert nur, solange noch keine Datenbank und kein Listener laufen, also direkt nach dem Auspacken der Software. Danach landen die Konfigurationsdateien unterhalb von ORACLE_BASE. Im dbs-Verzeichnis liegen SPFILE beziehungsweise init.ora, im homes-Verzeichnis listener.ora, tnsnames.ora, sqlnet.ora und was sonst noch anfällt. Damit sind sie unabhängig von der Software-Installation, und Ansätze wie Gold Images oder Automatisierung per Ansible werden erst richtig praktikabel.
Warum ist das dann nicht überall Standard? Oracle traut dem eigenen Feature offenbar nicht ganz: In 19c ist es optional, in 21c Pflicht, in 23ai und damit auch 26ai wieder optional. Dazu kommt die Macht der Gewohnheit — wer seit dreißig Jahren sein SPFILE unter ORACLE_HOME/dbs sucht, ist wenig begeistert, wenn es plötzlich woanders liegt. Und es knirscht tatsächlich noch an einer Stelle: Unter homes steckt nicht direkt ein network/admin, sondern erst ein Unterverzeichnis mit dem Namen der Installation, dem Oracle Home Name. Linux-Kollegen kennen dieses Konstrukt kaum, Windows-Administratoren dagegen schon. Der Pfad lautet dann etwa /u01/app/oracle/homes/
Der Sinn des Ganzen erschließt sich beim Patchen. Früher wurde in-place gepatcht, die laufende Software also direkt verändert. Heute wird zunehmend out-of-place installiert: Die neue Version kommt neben die alte, und irgendwann wird umgeschaltet. Damit das funktioniert, müssen alle Konfigurationsdateien im neuen Home bereits vorhanden sein. Als Stolperfalle nennt Johannes Skripte mit hart kodierten Pfaden und den Mischmasch aus Homes mit und ohne Read-Only — er hat es gerade bei einem Kunden erlebt, wo ein altes Skript schlicht vergessen wurde. Die Empfehlung: Skripte auf orabase, orabasehome und orabaseconfig umstellen, damit sie die Pfade selbst ermitteln. Und am schlausten wäre ohnehin, gleich AutoUpgrade zu verwenden — das kennt ein Flag, mit dem die Software direkt als Read-Only Oracle Home installiert wird.
Diese Folge in der Übersicht:
- Oracle Homes werden schnell elf bis zwölf Gigabyte groß und sammeln über die Jahre allerhand an, das dort nicht hingehört.
- Der Kern des Problems: Konfigurationsdateien liegen im Oracle Home, obwohl dort nur austauschbare Software liegen sollte.
- Read-Only Oracle Home gibt es seit Version 18. Der Name ist irreführend — das Verzeichnis bleibt technisch beschreibbar.
- Eingeschaltet wird es mit roohctl -enable, und zwar nur, solange weder Datenbank noch Listener laufen.
- Danach wandert die Konfiguration unter ORACLE_BASE: SPFILE und init.ora ins dbs-Verzeichnis, listener.ora, tnsnames.ora und sqlnet.ora ins homes-Verzeichnis.
- Verfügbarkeit: in 19c optional, in 21c Pflicht, in 23ai und 26ai wieder optional.
- Der Haken: Unter homes steckt erst der Oracle Home Name und dann network/admin — beim Out-of-Place-Patching muss die Listener-Konfiguration deshalb doch wieder umziehen.
- Unter Windows heißt das Verzeichnis database statt dbs, ohne erkennbaren Grund.
- Der eigentliche Zweck: sauberes Out-of-Place-Patching, bei dem die neue Software neben die alte installiert und dann umgeschaltet wird.
- Stolperfallen: Skripte mit hart kodierten Pfaden und ein Mischmasch aus Homes mit und ohne Read-Only.
- Werkzeuge für Skripte: orabase, orabasehome und orabaseconfig ermitteln die Pfade zur Laufzeit.
- Praxistipp: AutoUpgrade kann die Software direkt als Read-Only Oracle Home installieren.
Weiterführende Links und Ressourcen:
- ora2know Website
- About Read-Only Oracle Homes (Oracle Docs, 26ai)
- Configuring Read-Only Oracle Homes (Oracle Docs, 19c)
- Enabling a Read-Only Oracle Home (Oracle Docs)
- Evolution of Oracle Homes (Oracle Docs)
- About Oracle Base Homes (Windows) (Oracle Docs)
- About the Oracle AutoUpgrade Utility (Oracle Docs)
- Folge 009: Oracle Juli-CPU 2026 (die Folge, in der AutoUpgrade schon einmal Thema war)
Nützliche Befehle:
# Read-Only Oracle Home einschalten (vor dem ersten Start von DB und Listener)
$ORACLE_HOME/bin/roohctl -enable
# Pfade zur Laufzeit ermitteln, statt sie im Skript hart zu verdrahten
$ORACLE_HOME/bin/orabase
$ORACLE_HOME/bin/orabasehome
$ORACLE_HOME/bin/orabaseconfig
Die Podcast-Hosts und Director:
- Johannes Ahrends: Oracle ACE, DBA, ora2know. Web: carajandb.com
- Robert Marz: Oracle ACE, IT-Architect, ora2know. Web: robbie.databee.org
- Oliver Pyka: Oracle ACE, Freiberufler, ora2know. Web: pyka.de
Über O wie Datenbank:
Der deutschsprachige Oracle-Datenbank-Podcast von ora2know. Johannes Ahrends, Robert Marz und Oliver Pyka bringen zusammen über 90 Jahre Oracle-Erfahrung mit und sprechen alle vier Wochen über das, was DBAs, Entwickler und IT-Entscheider wirklich bewegt: Migration, Architektur, neue Features, Betrieb und Strategie rund um die Oracle Datenbank. Praxisnah, meinungsstark und ohne Marketing-Sprech.
Über ora2know:
Wissen teilen, Netzwerk aufbauen. ora2know ist eine unabhängige Community für Oracle-Datenbank-Administratoren und -Entwickler im deutschsprachigen Raum. Unser Ziel ist der praxisnahe Austausch von Wissen und Erfahrungen rund um Oracle Database, Oracle APEX und Oracle AI. Ohne kommerzielle Interessen, getragen von Enthusiasmus und gegenseitiger Hilfe. Ob DBA, Entwickler oder Architekt: ora2know verbindet Oracle-Profis in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Über diese Podcast-Produktion:
Diese Folge ist eine Eigenproduktion von ora2know.
Transkript anzeigen
00:00:00: O wie Datenbank, ein Oracle-Podcast von ora2know.
00:00:12: Johannes Ahrends: Moin Robert, das weiß ich nicht genau,
00:00:13: Robert Marz: Sage mal, Hand aufs Herz,
00:00:15: Robert Marz: wie viele Oracle Homes hast du in deinem Leben schon gesehen,
00:00:17: Robert Marz: die nach zwei Jahren noch genauso aussehen wie am Tag nach der Installation?
00:00:23: Johannes Ahrends: also ich möchte es glaube ich auch nicht genau wissen.
00:00:25: Johannes Ahrends: Ich weiß nur, dass in den Oracle Homes sehr viel Zeugs rumgeistert,
00:00:29: Johannes Ahrends: was da eigentlich gar nicht reingehört und was man dann jedes Mal,
00:00:32: Johannes Ahrends: wenn man irgendwie patcht oder wenn man ein Out-of-Place-Upgrade macht,
00:00:34: Johannes Ahrends: dann entsprechend vor der Backe hat,
00:00:37: Johannes Ahrends: vergisst oder irgendwo anders hingepackt hat und dann mit Symbolic Links
00:00:41: Johannes Ahrends: arbeitet.
00:00:42: Johannes Ahrends: Also Oracle Homes sind ja sehr mächtig auf der einen Seite.
00:00:47: Johannes Ahrends: Wir reden über ein Home, was schnell mal 11, 12 Gigabyte groß ist.
00:00:53: Johannes Ahrends: Und es gibt eine ganze Menge Dateien, die da drin liegen,
00:00:57: Johannes Ahrends: ob man will oder nicht.
00:00:58: Johannes Ahrends: Aber du hast irgendwas, was du jetzt gerne loswerden möchtest, oder?
00:01:02: Robert Marz: Genau, weil mir ist es gerade wieder so ein bisschen auf die Füße gefallen,
00:01:05: Johannes Ahrends: Oder?
00:01:05: Robert Marz: dass diese blöden Konfigurationsdateien ja in den Oracle Homes liegen müssen,
00:01:09: Robert Marz: was ja eigentlich von der Theorie her Software ist,
00:01:12: Robert Marz: die ich nur austauschen möchte, oder?
00:01:13: Robert Marz: Das ist so ein bisschen historisch gewachsen, habe ich das Gefühl,
00:01:15: Robert Marz: aber dass ich in meinem Oracle Home, also in dem Verzeichnis,
00:01:18: Robert Marz: wo die Software drin ist, Änderungen machen muss von Hand,
00:01:20: Robert Marz: um Sachen zu konfigurieren, ist doch doof.
00:01:23: Robert Marz: Gibt es da nicht was?
00:01:24: Johannes Ahrends: Ja, das gibt es tatsächlich seit einigen Jahren mit der Version,
00:01:28: Johannes Ahrends: ich glaube 18 hat das angefangen, das sogenannte Read-Only Oracle Home.
00:01:32: Johannes Ahrends: Ein tolles Wort und es steckt erstmal überhaupt nichts dahinter.
00:01:35: Johannes Ahrends: Ja, genau, aber ich würde ja eigentlich sagen, wenn ich was Read-Only habe,
00:01:36: Robert Marz: Wie?
00:01:37: Robert Marz: Da steckt nichts dahinter.
00:01:38: Robert Marz: Aber Read-Only-Oracle-Home ist doch genau das, was ich will, oder?
00:01:41: Robert Marz: Ich habe da einen Verzeichnisbaum, den ich nicht anpassen muss,
00:01:44: Robert Marz: weil nur Binarys drin liegen.
00:01:49: Johannes Ahrends: dann kann ich das auch nicht ändern.
00:01:51: Johannes Ahrends: Ja,
00:01:52: Johannes Ahrends: und das ist nämlich genau eine der Schwachpunkte bei dem
00:01:55: Johannes Ahrends: Read-Only-Oracle-Home.
00:01:55: Johannes Ahrends: Es wird zwar gesagt, dass das Read-Only ist,
00:01:58: Johannes Ahrends: aber prinzipiell könnte ich genauso weiterarbeiten wie bisher.
00:02:01: Johannes Ahrends: Trotzdem, wenn ich darauf eingehen darf, es ist eine tolle Methode,
00:02:06: Johannes Ahrends: um zu sagen,
00:02:07: Johannes Ahrends: wir entzerren jetzt die Installation der Software von meinen ganzen
00:02:11: Johannes Ahrends: Konfigurationsdateien und das ist mit dem Read-Only-Oracle-Home tatsächlich
00:02:15: Johannes Ahrends: möglich.
00:02:18: Johannes Ahrends: Ja, einfach nur das Read-Only Oracle Home Control Utility aufrufen, ROOH,
00:02:19: Robert Marz: Und wie komme ich da hin?
00:02:20: Robert Marz: Also, was muss ich machen, damit ich einen Read-Only-Oracle-Home habe?
00:02:29: Johannes Ahrends: CTL und dann sage ich Minus Enable und dann bei Magic ist alles Read-Only.
00:02:36: Johannes Ahrends: Leider nein.
00:02:37: Johannes Ahrends: Bei Magic geht nur,
00:02:39: Johannes Ahrends: wenn da noch keine Oracle Datenbank oder kein Listener läuft.
00:02:42: Johannes Ahrends: Und wenn das nicht ist, dann wird das vorbereitet, dass ich dann,
00:02:47: Johannes Ahrends: wenn ich Konfigurationsdateien erstelle,
00:02:49: Johannes Ahrends: diese in einem anderen Verzeichnisbaum gespeichert werden.
00:02:54: Johannes Ahrends: Genau, so ist es.
00:02:55: Robert Marz: Okay, also für mich nochmal, damit ich es verstanden habe,
00:02:57: Robert Marz: ich installiere meine Software oder packe die aus und gehe dann da rein und rufe
00:03:01: Robert Marz: ein Tool auf und danach bin ich aber soweit und dann wird alles gut.
00:03:06: Johannes Ahrends: Dann wird alles super toll, weil mit diesem Read-Only Oracle Home Control,
00:03:11: Johannes Ahrends: wenn das dann durchgeht,
00:03:12: Johannes Ahrends: weil ich eben wie gesagt da keine Daten oder irgendwelche
00:03:15: Johannes Ahrends: Konfigurationsdateien schon liegen haben darf,
00:03:18: Johannes Ahrends: wandert dann alles standardmäßig ins Oracle Base.
00:03:22: Johannes Ahrends: Base.
00:03:23: Johannes Ahrends: Für die, die damit anfangen mit Oracle, das ist das Verzeichnis,
00:03:27: Johannes Ahrends: was Oracle sich gegönnt hat, um zu sagen, alles ab hier ist unseres.
00:03:33: Robert Marz: Das heißt, ich habe ein Root-Verzeichnis, Oracle-Base, heißt,
00:03:34: Robert Marz: da rein lege ich meine Konfigurationen irgendwo hin und dann nebendran die
00:03:38: Robert Marz: einzelnen Softwarebäume.
00:03:41: Robert Marz: Das heißt, ich kann dann sowas arbeiten wie mit Gold Images.
00:03:43: Robert Marz: Ich kann irgendwo mir meine Installation vorbereiten und muss die nur noch
00:03:46: Robert Marz: reinkopieren und bin dann fertig.
00:03:48: Robert Marz: Ist das so gedacht?
00:03:49: Johannes Ahrends: Ja, so in etwa, wobei Oracle das automatisch macht.
00:03:53: Johannes Ahrends: Das heißt also, wenn ich das Read-Only-Oracle-Home habe, dann sagt Oracle,
00:03:56: Johannes Ahrends: okay,
00:03:56: Johannes Ahrends: es gibt dieses Base-Verzeichnis und diesem Base-Verzeichnis gibt es dann das
00:03:59: Johannes Ahrends: schon bekannte DBS-Verzeichnis und ein Home-Verzeichnis.
00:04:05: Johannes Ahrends: In dem DBS-Verzeichnis landen wieder die Kontrolldateien der Datma,
00:04:09: Johannes Ahrends: also das SP-File beziehungsweise die Init-Aura und in dem Home-Verzeichnis
00:04:13: Johannes Ahrends: landen dann sowas wie Listener-Aura, TNS-Names-Aura, SQL-Net-Aura,
00:04:17: Johannes Ahrends: was auch immer ich an sonstigen Konfigurationsdateien habe.
00:04:24: Johannes Ahrends: Und die sind dann erst einmal unabhängig von der
00:04:28: Johannes Ahrends: Datenbank-Software-Installation.
00:04:29: Johannes Ahrends: Ja und nein.
00:04:30: Robert Marz: Das klingt ja eigentlich mega sinnvoll,
00:04:32: Robert Marz: weil damit kann ich es ja mit Ansible und sowas auch automatisieren.
00:04:36: Robert Marz: Und das klingt so, als ob man das unbedingt zum Standard machen sollte.
00:04:40: Robert Marz: Das hat Oracle doch bestimmt jetzt auch als Standard etabliert, oder?
00:04:43: Johannes Ahrends: Bei Oracle 19 ist es optional, bei Oracle 21 ist es mandatory, bei Oracle 23,
00:04:50: Johannes Ahrends: sprich 26, ist es wieder optional.
00:04:53: Johannes Ahrends: Also irgendwo traut Oracle seinen eigenen Features nicht so ganz.
00:04:58: Johannes Ahrends: Das hat aber auch noch einen anderen Grund.
00:05:00: Johannes Ahrends: A,
00:05:00: Johannes Ahrends: natürlich die Installationsbasis und wenn ich jetzt seit 30 Jahren Oracle
00:05:05: Johannes Ahrends: installiere,
00:05:06: Johannes Ahrends: immer im Oracle-Home-DBS-Verzeichnis mein SP-File habe und das aber woanders
00:05:09: Johannes Ahrends: liegt,
00:05:10: Johannes Ahrends: dann laufen die ganzen alten DBAs mit weißen Haaren durch die Gegend und
00:05:14: Johannes Ahrends: laufen amok und sagen,
00:05:15: Johannes Ahrends: wo ist mein Oracle-Home-DBS-Verzeichnis oder wo ist meine Init-Aura
00:05:19: Johannes Ahrends: geblieben.
00:05:23: Robert Marz: Das heißt, es war mal kurz Standard und jetzt muss ich es wieder von Hand machen.
00:05:26: Robert Marz: Ich brauche also wieder dieses ROOHCTL minus Enable und danach ist alles gut.
00:05:33: Robert Marz: Oder knirscht es noch irgendwas, wenn ich das jetzt einschalte?
00:05:35: Johannes Ahrends: Ja, es knirscht und zwar aus dem Grunde, ich hatte vorhin erwähnt,
00:05:40: Johannes Ahrends: es gibt im Oracle Base dieses Home-Verzeichnis und ich hätte jetzt vermutet,
00:05:44: Johannes Ahrends: dass es da dann ein Network-Admin-Verzeichnis gibt.
00:05:46: Johannes Ahrends: Das gibt es auch tatsächlich,
00:05:48: Johannes Ahrends: aber merkwürdigerweise ist das in einem Unterverzeichnis.
00:05:53: Johannes Ahrends: Und für Linux-Leuten ist das gar nicht so offensichtlich.
00:05:57: Johannes Ahrends: Die Windows-Kollegen, die Datenbank-Administration auf Windows machen,
00:06:01: Johannes Ahrends: die wissen, dass es neben dem Oracle-Software-Verzeichnis, also Oracle Home,
00:06:04: Johannes Ahrends: auch noch ein Oracle Name gibt.
00:06:09: Johannes Ahrends: Und dieses Name ist, wie heißt diese Installation?
00:06:13: Johannes Ahrends: Warum auch immer das sein muss, fragt mich was Leichteres.
00:06:17: Johannes Ahrends: Und dieses Name, dieser Name,
00:06:20: Johannes Ahrends: der taucht dann auf einmal in dem Pfad auf für zum Beispiel die
00:06:25: Johannes Ahrends: Netzwerkkomponenten.
00:06:26: Johannes Ahrends: Das heißt, da steht dann U01-APP-Oracle,
00:06:28: Johannes Ahrends: das ist so ein Default für das Oracle-Base, dann darunter Home,
00:06:32: Johannes Ahrends: dann der Name der Installation und dann Network-Admin.
00:06:39: Johannes Ahrends: Was natürlich doof ist,
00:06:40: Johannes Ahrends: weil wenn ich dann eine Oracle-Software-Version daneben lege,
00:06:42: Johannes Ahrends: ein Out-of-Place-Patching mache,
00:06:43: Johannes Ahrends: dann muss ich doch wieder meine Listener-Konfiguration und was auch immer
00:06:47: Johannes Ahrends: umziehen.
00:06:51: Robert Marz: Okay, richtig rund klingt das ja alles noch nicht.
00:06:55: Robert Marz: Jetzt hast du sowieso Windows gesagt, mal eine ganz andere Frage.
00:06:58: Robert Marz: Unter allen anderen Systemen liegen ja diese Konfigurationsgeschichten,
00:07:02: Robert Marz: die die Datenbank betreffen, im Oracle Home DBS-Verzeichnis.
00:07:05: Robert Marz: Wenn ich ohne Oracle Home nur bei Windows ist, ist das anders.
00:07:08: Robert Marz: Weißt du, warum und wie das da heißt?
00:07:10: Johannes Ahrends: Im Windows ist es Database statt DBS,
00:07:12: Johannes Ahrends: obwohl es das DBS-Verzeichnis auch gibt.
00:07:15: Johannes Ahrends: Ich gehe momentan davon aus,
00:07:17: Johannes Ahrends: dass man das einfach irgendwann mal so eingeführt hat und vergessen hat,
00:07:20: Johannes Ahrends: das wieder rauszunehmen.
00:07:21: Johannes Ahrends: Also einen besonderen Grund gibt es dafür meines Wissens nicht.
00:07:25: Robert Marz: Okay, Johannes, warum hat man das jetzt überhaupt eingeführt?
00:07:29: Robert Marz: Nur damit ich irgendwie Read-Onlys habe oder hat das einen konkreten Grund gehabt?
00:07:34: Robert Marz: Ging es da irgendwie ums Patchen?
00:07:35: Robert Marz: Gibt es denn eigentlich so
00:07:36: Johannes Ahrends: Ja genau, es geht ums Patchen.
00:07:37: Johannes Ahrends: Wir haben lange Jahre ja immer ein In-Place-Patching gehabt,
00:07:39: Johannes Ahrends: sprich die Software wird angepasst, die jetzt gerade benutzt wird.
00:07:44: Johannes Ahrends: Und seit einigen Jahren haben wir vermehrt Out-of-Place-Patching, Sprich,
00:07:47: Johannes Ahrends: die neue Oracle Software Version wird neben die alte installiert und dann
00:07:51: Johannes Ahrends: wird zu irgendeinem Punkt umgeschaltet auf die neue Version.
00:07:55: Johannes Ahrends: Und genau das ist eben das Problem, dass wenn ich dies umschalten will,
00:07:59: Johannes Ahrends: dann müssen natürlich alle Konfigurationsdateien, alles was dazu gehört,
00:08:04: Johannes Ahrends: in dem neuen Oracle Home schon sein,
00:08:06: Johannes Ahrends: sonst würde das einfach nicht funktionieren.
00:08:08: Johannes Ahrends: Das ist der Hintergrund dabei.
00:08:11: Johannes Ahrends: Nee, genau diese Skripte sind aber das Problem.
00:08:11: Robert Marz: Stolperfallen, wo ich besonders drauf achten muss?
00:08:13: Robert Marz: Ich denke jetzt mal an Skripte,
00:08:16: Robert Marz: die hart kodierte Pfade haben oder sowas in der Richtung.
00:08:18: Robert Marz: Fällt dir sonst noch was ein?
00:08:21: Johannes Ahrends: Ich habe das gerade aktuell bei einem Kunden,
00:08:24: Johannes Ahrends: wo wir es einfach vergessen haben, in ein altes Skript mit einzubauen.
00:08:27: Johannes Ahrends: Dann hat man gegebenenfalls einen Mischmasch.
00:08:29: Johannes Ahrends: Das eine Oracle Home hat dieses Read-Only und das andere Oracle Home wieder
00:08:33: Johannes Ahrends: nicht.
00:08:34: Johannes Ahrends: Das heißt, darauf sollte man tunlich sehr stark achten.
00:08:37: Johannes Ahrends: Es gibt ein paar Befehle dafür,
00:08:39: Johannes Ahrends: um das zu checken und die kann ich eigentlich nur ans Herz legen.
00:08:42: Johannes Ahrends: Da gibt es dann zum Beispiel ein Aura Base Config und damit kann man dann
00:08:47: Johannes Ahrends: prüfen, was man denn überhaupt hat,
00:08:49: Johannes Ahrends: ob man ein Read-Only Oracle Home hat oder ein ganz konventionelles.
00:08:53: Johannes Ahrends: ist.
00:08:53: Robert Marz: Das heißt, jeder von uns sollte seine Skripte,
00:08:56: Robert Marz: mit denen er die Datenbank verwaltet,
00:08:57: Robert Marz: nochmal überarbeiten und diese Blöcke am Anfang mit einbauen,
00:09:00: Robert Marz: dass man einfach über über orabase-config und orabase-home herausfindet,
00:09:03: Robert Marz: wo die Pfade denn wirklich sind.
00:09:07: Robert Marz: Das wäre am schlauesten, oder?
00:09:08: Johannes Ahrends: Was wäre fast am
00:09:10: Johannes Ahrends: schlauesten?
00:09:10: Johannes Ahrends: Am allerschlauesten wäre es,
00:09:12: Johannes Ahrends: und da komme ich immer wieder gerne darauf zurück,
00:09:13: Johannes Ahrends: das AutoUpgrade zu verwenden.
00:09:15: Johannes Ahrends: Weil AutoUpgrade hat als Flag die Möglichkeit zu sagen,
00:09:18: Johannes Ahrends: wenn du die Software installierst, dann sieh mal bitte zu,
00:09:21: Johannes Ahrends: dass das ein Read-Only-Oracle-Home wird.
00:09:23: Johannes Ahrends: Also insofern, auch da haben die Kollegen daran gedacht,
00:09:26: Johannes Ahrends: das mit zu integrieren.
00:09:27: Robert Marz: Okay, dann würde ich sagen,
00:09:29: Robert Marz: haben wir das Thema Read-Only-Horacle-Homes vollständig behandelt.
00:09:33: Robert Marz: Ich bedanke mich wie immer sehr,
00:09:36: Robert Marz: dass ihr dabei gewesen seid und möchte auf unsere Show Notes hinweisen.
00:09:40: Robert Marz: Da schreiben wir alles Interessante rein, auch unsere neuesten Veranstaltungen.
00:09:44: Robert Marz: Wir freuen uns über jede Bewertung und jedes Abo,
00:09:47: Robert Marz: was ihr hinterlässt als kleiner Podcast sind
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