Oracle APEX 26.1: Low-Code gegen Vibe-Coding
Shownotes
APEX 26.1 ist da: Programmiert die KI jetzt unsere Apps?
Das KI-Release im Praxis-Check: APEXlang, AI Reports und AI Agents
Oracle APEX 26.1 ist da, nach rund anderthalb Jahren Pause. 24.2 war das letzte Release, danach kam im ganzen Jahr 2025 nichts Neues. Johannes Ahrends und Robert Marz ordnen das KI-Release in gut zwölf Minuten ein. Sie klären, was APEX überhaupt ist und wie sich die Low-Code-Plattform vom Vibe-Coding und vom KI-Coding mit Werkzeugen wie Claude Code abgrenzt.
Robert stellt die drei großen KI-Säulen vor. Mit APEXlang gibt es eine neue, deklarative und KI-freundliche Sprache, in der man nur noch beschreibt, was man haben möchte, ganz ohne die alten internen IDs. Passend dazu das Motto „if you generate it, you own it". Die AI Interactive Reports erlauben es Anwendern, ihre Reports per Knopfdruck in natürlicher Sprache umzubauen. Und mit den AI Agents lassen sich selbst definierte AI Tools im MCP-Stil bereitstellen.
„Die KI bekommt Werkzeuge statt direkten Zugriff auf die Daten" ist das Motto, das sich wie ein roter Faden durch die Episode zieht. Der Entwickler entscheidet, welche Daten überhaupt in Richtung KI gehen, und behält Governance und Sicherheit fest in der Hand. Zum Schluss beantworten die beiden die Praxisfragen. Läuft das noch auf Oracle 19? Welche Edition braucht man? Und warum kommt APEX trotzdem mit wenig Ressourcen aus? Das liegt an den Metadaten in der Datenbank, am PL/SQL-Rendering und an der Auslieferung über ORDS.
Diese Folge in der Übersicht:
- APEX 26.1 erscheint nach rund anderthalb Jahren Pause. 24.2 war das letzte Release.
- Was ist APEX? Die Low-Code-Plattform in der Oracle-Datenbank, kurz erklärt.
- APEX und Vibe-Coding im Vergleich, denn beide „wildern im gleichen Revier".
- Die drei KI-Säulen im Überblick: APEXlang, AI Interactive Reports und AI Agents.
- APEXlang: deklarativ, ohne interne IDs und gut verständlich für KI-Modelle. Passend dazu das Motto „if you generate it, you own it".
- AI Interactive Reports: Reports in natürlicher Sprache umbauen, während das eigentliche SQL beim Entwickler bleibt.
- AI Agents und Tools im MCP-Stil: Der Entwickler definiert die Werkzeuge, das LLM nutzt ausschließlich diese.
- Sicherheit und Compliance: Die KI erhält nur kontrollierte Werkzeuge und keinen direkten Zugriff auf die Daten.
- Oracle 19 oder 26? Und welche Edition: Free, Standard oder Enterprise?
- Warum APEX kaum Ressourcen braucht: Metadaten, PL/SQL-Rendering und Auslieferung über ORDS.
Weiterführende Links und Ressourcen:
- ora2know Website
- Announcing Oracle APEX 26.1 General Availability (Oracle APEX Blog)
- What's New in Oracle APEX 26.1 (Feature-Übersicht)
- Oracle APEX 26.1 Release Notes
- AI Agents in Oracle APEX (Oracle APEX Blog)
- APEXlang in Practice (Oracle APEX Blog)
- Oracle APEX Release-Historie (endoflife.date)
Die Podcast-Hosts und Director:
- Johannes Ahrends: Oracle ACE, DBA, ora2know. Web: carajandb.com
- Robert Marz: Oracle ACE, IT-Architect, ora2know. Web: robbie.databee.org
- Oliver Pyka: Oracle ACE, Freiberufler, ora2know. Web: pyka.de
Über O wie Datenbank:
Der deutschsprachige Oracle-Datenbank-Podcast von ora2know. Johannes Ahrends, Robert Marz und Oliver Pyka bringen zusammen über 90 Jahre Oracle-Erfahrung mit und sprechen alle vier Wochen über das, was DBAs, Entwickler und IT-Entscheider wirklich bewegt: Migration, Architektur, neue Features, Betrieb und Strategie rund um die Oracle Datenbank. Praxisnah, meinungsstark und ohne Marketing-Sprech.
Über ora2know:
Wissen teilen, Netzwerk aufbauen. ora2know ist eine unabhängige Community für Oracle-Datenbank-Administratoren und -Entwickler im deutschsprachigen Raum. Unser Ziel ist der praxisnahe Austausch von Wissen und Erfahrungen rund um Oracle Database, Oracle APEX und Oracle AI. Ohne kommerzielle Interessen, getragen von Enthusiasmus und gegenseitiger Hilfe. Ob DBA, Entwickler oder Architekt: ora2know verbindet Oracle-Profis in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Über diese Podcast-Produktion:
Dieser Podcast ist eine TON.EINS Produktion.
Transkript anzeigen
00:00:00: O wie Datenbank. Ein Oracle-Podcast von ora2know.
00:00:08: Johannes Ahrends: Guten Morgen Robert. Ich habe gehört, du warst letztens auf einer Konferenz und hast uns etwas absolut Neues mitgebracht.
00:00:18: Robert Marz: Gude Johannes. Naja, so neu nicht. Ich habe mir das neueste Release von Oracle APEX angeguckt.
00:00:25: Robert Marz: Und das ist nach anderthalb Jahren jetzt endlich rausgekommen und nennt sich 26.1, so wie fast alles bei Oracle jetzt 26 heißt.
00:00:33: Robert Marz: Also ist das jetzt 23.26.1 APEX-Version oder wie muss ich mir das vorstellen?
00:00:39: Robert Marz: Ne, tatsächlich hat die APEX seine eigene Nummerierung und die sind eigentlich immer halbjährlich rausgekommen.
00:00:46: Robert Marz: Aber das letzte gültige Release war 24.2 und die haben das ganze 25er Jahr einfach kein neues rausgebracht und haben jetzt 26.1 rausgebracht.
00:00:54: Robert Marz: Das heißt, die haben einfach ein neues Release.
00:00:55: Robert Marz: Die haben einfach mal anderthalb Jahre kein Release rausgebracht.
00:00:58: Johannes Ahrends: Okay. Was habe ich mir denn eigentlich überhaupt unter APEX vorzustellen?
00:01:02: Johannes Ahrends: Ich habe das mal unter dem Begriff Low-Code gehört, wobei auch das mir nicht viel sagt.
00:01:07: Johannes Ahrends: Vielleicht kannst du mal ganz kurz ausholen, was das ist.
00:01:09: Robert Marz: Low-Code ist genau richtig. APEX ist eine Low-Code-Entwicklungsumgebung.
00:01:13: Robert Marz: Low-Code bedeutet, dass man mit wenig Code Anwendungen entwickeln kann.
00:01:18: Robert Marz: Wenn man heute über Low-Code redet, geht es allermeistens um Web-Anwendungen, dass man also Web-Anwendungen baut.
00:01:24: Robert Marz: Und Low-Code heißt, dass man...
00:01:25: Robert Marz: ...viel mit Wizards und Oberflächen klickt und wenig selber programmieren muss.
00:01:29: Robert Marz: Und die Zielgruppe ist dann damit auch die sogenannten Citizen-Programmierer.
00:01:33: Robert Marz: Das heißt, diejenigen in Unternehmen, deren Hauptjob nicht IT ist, aber die denken, dass sie sich damit auskennen und mal eben so eine kleine Web-Anwendung selber bauen wollen.
00:01:43: Robert Marz: Für die sind halt die sogenannten Low-Code-Tools unterwegs.
00:01:46: Robert Marz: Das gibt es eine ganze Menge da draußen.
00:01:48: Robert Marz: Und APEX ist eben eine.
00:01:50: Robert Marz: Und APEX läuft in der Oracle-Datenbank.
00:01:53: Robert Marz: Das ist aus unserer Sicht der große Vorteil.
00:01:54: Johannes Ahrends: Okay, das hört sich aber momentan so an wie Vibe-Coding, oder?
00:02:00: Johannes Ahrends: Ist das nicht das Gleiche wie so ein Claude Code?
00:02:03: Robert Marz: Im Prinzip hast du recht.
00:02:05: Robert Marz: Die wildern beide im gleichen Revier.
00:02:07: Robert Marz: Das heißt, genau darum geht es.
00:02:09: Robert Marz: Jetzt ist halt so APEX, also mit den ersten Vorläufern von APEX, damals nannte sich das noch HTMLDB, habe ich schon Ende der 90er herumgespielt.
00:02:16: Robert Marz: Das heißt, das ist unwesentlich länger auf dem Markt als das Vibe-Coding und das KI-Business.
00:02:21: Robert Marz: Also APEX ist schon sehr, sehr lange im Spiel.
00:02:23: Robert Marz: APEX hat halt genau diesen einen Fokus, Web-Anwendungen aus der Datenbank zu bauen.
00:02:28: Robert Marz: Und Vibe-Coding ist ja so ein allgemeines Tool.
00:02:31: Robert Marz: Und das ist ja jetzt so das Neueste.
00:02:33: Robert Marz: Aber tatsächlich sehe ich das auch so, dass APEX es schwer haben wird, sich gegen Vibe-Coding durchzusetzen.
00:02:38: Robert Marz: Aber da kommen wir vielleicht ein bisschen später im Podcast noch dazu.
00:02:40: Johannes Ahrends: Okay, dann erzähl uns doch mal.
00:02:42: Johannes Ahrends: APEX ist mit Sicherheit auch jetzt AI.
00:02:45: Johannes Ahrends: Das heißt also, man wird sich sicherlich daran gewöhnen müssen, dass jedes von Oracles Tools irgendwo irgendwas mit AI zu tun hat.
00:02:53: Johannes Ahrends: Und APEX wird wahrscheinlich da in die Bresche springen, oder?
00:02:57: Robert Marz: Tatsächlich hast du recht.
00:02:58: Robert Marz: Jedes neue Tool, was irgendwo rauskommt, muss ja jetzt behaupten, dass es AI-basiert ist oder was mit AI macht.
00:03:04: Robert Marz: Bei APEX ist es tatsächlich sehr viel.
00:03:06: Robert Marz: Man sieht dem Release an, dass sie in den anderthalb Jahren nicht nur Däumchen gedreht haben, sondern wirklich daran gearbeitet haben, dass es besser wird.
00:03:14: Robert Marz: Die haben es auf verschiedenen Ebenen eingebunden.
00:03:16: Robert Marz: Wollen wir über die Features drüber gehen, oder möchtest du erst noch ein bisschen was anderes wissen?
00:03:20: Johannes Ahrends: Kannst du uns diese Feature mal kurz vorstellen?
00:03:22: Robert Marz: Klar. Also, es gibt natürlich viele, viele Verbesserungen überall, aber die drei großen AI-Features, die dazugekommen sind, sind im APEXlang.
00:03:31: Robert Marz: Das klingt nach einer Programmiersprache, ist es auch.
00:03:34: Robert Marz: Und dann haben sie um die Interactive Reports erweitert und es gibt die Integration von AI Agents und AI Tools.
00:03:42: Johannes Ahrends: Okay, das sind also die drei wesentlichen Säulen von APEX.
00:03:47: Johannes Ahrends: Und diese Language, das interessiert mich doch etwas mehr.
00:03:51: Johannes Ahrends: Ist das dann wieder was Oracle-proprietäres, was ich dann wieder nur dafür verwenden kann? Wie sieht das aus?
00:03:58: Robert Marz: Genau das ist es. Also, Oracle hat eine neue Programmiersprache, oder das ist keine Programmiersprache, aber die sogenannte APEXlang entwickelt.
00:04:05: Johannes Ahrends: Warum war das nötig?
00:04:06: Robert Marz: Naja, bis jetzt war es immer so, dass man, wenn man eine APEX-Anwendung exportiert hat, hat man große SQL-Files bekommen, die voller Prozeduraufrufe waren.
00:04:15: Robert Marz: Also, die hat im Hintergrund das PL/SQL-Package oder die PL/SQL-Packages von APEX aufgerufen.
00:04:20: Robert Marz: Und hat damit die Seiten zusammengebaut.
00:04:22: Robert Marz: Das konnte man zwar einigermaßen versionieren und das verändern, um die APEX-Anwendung offline im Texteditor zu verändern.
00:04:29: Robert Marz: Aber das war zum einen nicht supported und zum anderen sehr mühsam, weil da halt interne IDs drin waren.
00:04:34: Robert Marz: Also, wenn ich irgendwo gesagt habe, ich möchte irgendwas verändern, dann muss ich auch gucken, dass die IDs immer richtig waren.
00:04:39: Robert Marz: Und das war auch alles nicht sehr sprechend, weil es sich über die Jahre entwickelt hat.
00:04:43: Robert Marz: Und jetzt hat Oracle halt gesagt, okay, wir machen APEXlang.
00:04:46: Robert Marz: Das ist jetzt eine vollwertige Sprache.
00:04:48: Robert Marz: Die diese, wo ich nur beschreibe.
00:04:50: Robert Marz: Was ich haben möchte.
00:04:51: Robert Marz: Und die ganzen IDs kann ich weglassen.
00:04:53: Robert Marz: Und APEX generiert das selber.
00:04:55: Robert Marz: Das heißt, das ist auch so einer von diesen Tagline, if you generate it, you own it.
00:04:59: Robert Marz: Das heißt, ich kann damit machen, was ich will.
00:05:01: Robert Marz: Und das Gute ist, diese Sprache ist enorm gut verständlich für die ganzen KI-Modelle.
00:05:06: Robert Marz: Und die können es halt damit jetzt auch generieren und damit verändern.
00:05:09: Robert Marz: Das heißt, ich kann also auch sehr einfach jetzt über dieses APEXlang mir von der KI eine Anwendung generieren lassen.
00:05:15: Robert Marz: Oder aber ich kann es im Texteditor aufmachen und verändern.
00:05:18: Johannes Ahrends: Wow, das klingt doch super.
00:05:20: Johannes Ahrends: Aber auf der anderen Seite ist das auch was, was wir natürlich kennen in dem AI-Zeitalter als Natural Language Query oder Natural Language SQL.
00:05:31: Johannes Ahrends: Bietet das da auch eine Rolle?
00:05:33: Robert Marz: Jein.
00:05:34: Robert Marz: Also das Natural Language SQL, das gibt es ja in der Datenbank.
00:05:37: Robert Marz: Das heißt, ich kann ja sowas machen wie Select AI.
00:05:40: Robert Marz: Also das heißt, ich schreibe Select hin und dann AI.
00:05:42: Robert Marz: Und dann gebe ich eine Abfrage in natürliche Sprache ein.
00:05:45: Robert Marz: Und das wird an das LLM geschickt und das setzt es um.
00:05:48: Robert Marz: Das LLM setzt diese Anfrage in den Select um, schickt das wieder an die Datenbank zurück und die Datenbank führt das dann aus.
00:05:54: Robert Marz: Das ist so in APEX nicht implementiert worden, aber auf zwei verschiedene andere Weisen.
00:06:00: Robert Marz: Also auf der einen Seite haben Sie die Interactive Report.
00:06:03: Robert Marz: Das ist eine zentrale Komponente innerhalb von APEX.
00:06:06: Robert Marz: Die ist sehr, sehr mächtig.
00:06:08: Robert Marz: Das heißt, wann immer ich mit Daten arbeite, arbeite ich ja in der Regel in Tabellenform.
00:06:13: Robert Marz: Das heißt, ich brauche einen sogenannten Report.
00:06:16: Robert Marz: Und vor vielen Jahren hat Oracle die Interactive Reports rausgebracht.
00:06:20: Robert Marz: Das heißt, die sind durch den Benutzer veränderbar.
00:06:22: Robert Marz: Der kann also hergehen und kann sagen, kann sich auswählen, welche Spalten er haben möchte, was sortiert werden soll und so weiter.
00:06:27: Robert Marz: So ein bisschen, wie man das von Excel kennt.
00:06:29: Johannes Ahrends: Um Gottes Willen, will ich das denn wirklich haben als Datenbank-Administrator?
00:06:33: Johannes Ahrends: Das schreit nach Performance-Problemen.
00:06:35: Robert Marz: Naja, also die Abfrage dahinter wird natürlich nach wie vor von einem Entwickler vorgegeben.
00:06:39: Robert Marz: Aber das, was der Anwender sehen will und das umgruppieren, das kann der Anwender machen.
00:06:44: Robert Marz: Wenn wir ehrlich sind.
00:06:46: Robert Marz: Machen es aber die wenigsten Anwender.
00:06:48: Robert Marz: Die allermeisten, also die höchstens mal, dass ein Filter gesetzt wird oder dass eine Spalte, das über das Klicken auf dem Spalten-Header sortieren angestoßen wird.
00:06:56: Robert Marz: Aber das war es auch schon.
00:06:58: Robert Marz: Die allermeisten, denen ist das zu kompliziert, die steigen da nicht ein.
00:07:01: Robert Marz: Und genau da hat halt eben Oracle angesetzt und hat so einen AI-Button mit reingemacht,
00:07:06: Robert Marz: dass man in natürlicher Sprache mit seinem Report reden kann und in natürlicher Sprache formulieren kann, wie man es jetzt umformatiert haben will.
00:07:13: Robert Marz: Und das macht dann das angebundene LLM.
00:07:16: Robert Marz: Und gestaltet dann einfach den Report um.
00:07:18: Robert Marz: Aber die Kern-SQL-Abfrage dahinter, das macht immer noch der Entwickler.
00:07:21: Johannes Ahrends: Und wenn die zu langsam ist, dann gibt der Entwickler sie an den DBA zum Tunen.
00:07:25: Johannes Ahrends: Das ist ja so der normale Workflow.
00:07:26: Robert Marz: Genau. Und der sagt dann, das lassen wir jetzt besser.
00:07:29: Johannes Ahrends: Aber sicherlich gibt es auch für APEX entsprechende Agenten, oder?
00:07:33: Johannes Ahrends: Wie sieht das damit aus?
00:07:34: Robert Marz: Richtig, genau.
00:07:35: Robert Marz: Heutzutage kein KI-Tool, ohne dass irgendwas Agenten heißt.
00:07:38: Robert Marz: Tatsächlich haben sie auch eine Tool-Sektion, die es vorher schon in APEX gab, in AI-Agents umbenannt.
00:07:44: Robert Marz: Aber die haben sie auch massiv ausgebaut.
00:07:46: Robert Marz: Das heißt, ich kann in APEX jetzt meine eigenen Agenten definieren.
00:07:50: Robert Marz: So wie ich es bisher verstanden habe, geht es mir ein bisschen in Richtung MCP-Tools, die ich mir selber bauen kann.
00:07:56: Robert Marz: Das heißt, ich definiere mir meine Tools, wo ich auch reinschreibe.
00:07:59: Robert Marz: Also ich definiere eine Liste von Werkzeugen, die ich der LLM bereitstelle.
00:08:04: Robert Marz: Zum Beispiel, liebes LLM, ich habe hier ein Werkzeug, womit du meine Kundenliste abfragen kannst.
00:08:09: Robert Marz: Oder ich habe hier ein Werkzeug, womit du meine APEX-Anwendungsliste abfragen kannst.
00:08:13: Robert Marz: Oder mit diesem Werkzeug kannst du Daten verändern.
00:08:15: Robert Marz: Und schreibe als Entwickler die Select-Statements dahinter aber selber und stelle nur diese Tools bereit.
00:08:21: Robert Marz: Und wie bei einem MCP-Tool, bei dem LLM-Aufruf, dann die Liste der Tools an das LLM mitgeschickt.
00:08:27: Robert Marz: Also weder die Daten noch irgendwelche Queries oder hinterliegenden Strukturen, sondern nur diese Liste der Tools.
00:08:33: Robert Marz: Und dann der Anwender sagt, okay, liebe LLM, baue mir doch eine Abfrage oder mach was für mich.
00:08:40: Robert Marz: Dann kennt das LLM, also sagen Claude, OpenAI, wer auch immer, ChatGPT,
00:08:43: Robert Marz: kennt dann die Liste der Tools und sagt dann, okay, um diese Anfrage richtig beantworten zu können,
00:08:50: Robert Marz: liebe Datenbank, fülle mir doch mal dieses Tool aus.
00:08:52: Robert Marz: Und das ist sehr, sehr mächtig.
00:08:54: Robert Marz: Man kann auch pro Tool einstellen, ob der Benutzer nochmal zurückbestätigen muss oder nicht.
00:08:58: Robert Marz: Und wie gesagt, die Inhalte der Tools, das ist Job der Entwickler.
00:09:02: Robert Marz: Die stellen das bereit und die LLMs arbeiten dann mit den Tools.
00:09:05: Robert Marz: Und das nennt Oracle Agenten.
00:09:07: Johannes Ahrends: Okay, und wie sieht das mit Compliance aus?
00:09:11: Johannes Ahrends: Ist das nicht Security-mäßig ein Riesenproblem? Kann das nicht zu einem Problem werden?
00:09:17: Robert Marz: Naja, alles, was ich programmiere, kann letztlich zu einem Security-Problem werden.
00:09:21: Robert Marz: Aber dieses Grundproblem, dass die Daten einfach in Richtung LLM abfließen und so weiter,
00:09:26: Robert Marz: hat Oracle ja genau damit angegangen, dass sie gesagt haben, wir machen eben das nicht,
00:09:30: Robert Marz: dass wir das LLM auf unsere Daten loslassen, sondern dass wir diese Tools bereitstellen.
00:09:34: Robert Marz: Das heißt, ich als Entwickler habe das Design der Tools in der Hand.
00:09:37: Robert Marz: Ich entscheide, welche Daten wie aufbereitet überhaupt ans LLM zu kommen.
00:09:40: Robert Marz: Und ob wir überhaupt ans LLM zur weiteren Verarbeitung gehen, indem ich halt diese Tools bereitstelle.
00:09:44: Robert Marz: Und mit diesen Tools lege ich halt fest, was passiert.
00:09:47: Robert Marz: Und das ist, glaube ich, ein ganz, ganz wesentlicher Schritt
00:09:49: Robert Marz: in Richtung Datensicherheit, Verwaltung und dass das alles sauber funktioniert.
00:09:53: Johannes Ahrends: Okay, das hört sich an nach einem unglaublichen Umfeld an tollen neuen Werkzeugen.
00:09:59: Johannes Ahrends: Funktioniert das denn überhaupt noch mit der Oracle Version 19?
00:10:03: Johannes Ahrends: Oder ist das wieder ein Grund mehr, auf die Version 26 zu gehen?
00:10:07: Robert Marz: Also, wenn ich die volle AI-Feature-Unterstützung haben will,
00:10:10: Robert Marz: dann arbeite ich natürlich am besten mit Oracle 26.
00:10:13: Robert Marz: Aber die aktuelle APEX-Version unterstützt auch die neuesten Versionen von Oracle 19.
00:10:19: Robert Marz: Das heißt, wenn ich die letzten Patches installiert habe,
00:10:22: Robert Marz: kann ich das auch mit Oracle 19 installieren.
00:10:24: Robert Marz: Aber einen Support für Oracle 12 oder Oracle 11, so wie das früher bei APEX war,
00:10:28: Robert Marz: gibt es definitiv nicht mehr.
00:10:30: Robert Marz: Ich brauche also eine hinreichend aktuelle Datenbank und dann kann ich das nutzen.
00:10:34: Robert Marz: Und am besten natürlich, wenn es um AI-Features geht, wenn ich auch mit der AI-Datenbank arbeite.
00:10:40: Johannes Ahrends: APEX ist ja kostenlos, insofern eigentlich eine tolle Tool für die Entwicklung.
00:10:44: Johannes Ahrends: Aber wie sieht denn das mit dem Datenbank-Backend aus?
00:10:47: Johannes Ahrends: Brauche ich dafür unbedingt die Enterprise Edition?
00:10:49: Johannes Ahrends: Oder kann ich das auch mit einer Standard Edition oder sogar mit einer Oracle Free Version machen?
00:10:54: Robert Marz: Also, APEX ist erstmal nicht kostenlos, sondern es ist Bestandteil der Oracle Datenbank.
00:10:58: Robert Marz: Das heißt, ich lizenziere es mit der Oracle Datenbank.
00:11:01: Robert Marz: Und die Oracle Datenbank ist ja außerhalb der Free Version nicht kostenlos.
00:11:06: Robert Marz: Aber APEX funktioniert in allen Editionen der Datenbank.
00:11:09: Robert Marz: Also egal, ob ich auf Free, Standard, Enterprise, Extreme oder welcher Version auch immer,
00:11:14: Robert Marz: ich bin APEX und funktioniert grundsätzlich überall.
00:11:17: Robert Marz: Und in der Free Edition sowieso, weil die Free Edition ja eine sehr limitierte Enterprise Edition ist.
00:11:24: Robert Marz: Das heißt, die Features sind alle da, aber der Umfang der Daten, die ich reintun kann,
00:11:28: Robert Marz: und die Prozessorkapazität ist da abgeschnitten.
00:11:30: Johannes Ahrends: Ist denn APEX sehr prozessorintensiv? Brauche ich sehr viele Ressourcen dafür?
00:11:35: Robert Marz: Tatsächlich nicht.
00:11:37: Robert Marz: Eine APEX-Anwendung ist...
00:11:38: Robert Marz: Es sind Metadaten in der Datenbank.
00:11:40: Robert Marz: Das heißt, das sind letztlich...
00:11:42: Robert Marz: Es ist jede Webseite, die ich mit APEX anzeige,
00:11:46: Robert Marz: ist abgelegt in Form von Zeilen in Tabellen
00:11:50: Robert Marz: und wird gerendert über PL/SQL in der Datenbank.
00:11:54: Robert Marz: Das heißt, das ist ein PL/SQL-Programm, was läuft.
00:11:56: Robert Marz: Und bei jedem Seitenaufruf sammelt es sich die Informationen aus den Tabellen zusammen
00:12:01: Robert Marz: und ist dann zu einer Webseite zusammen.
00:12:03: Robert Marz: Und das wird über ORDS, über das Oracle REST Data Service, ausgeliefert.
00:12:08: Johannes Ahrends: Okay, ich glaube, das macht Lust auf mehr.
00:12:10: Johannes Ahrends: Und ich denke, das müssen wir auf jeden Fall noch mal vertiefen.
00:12:13: Johannes Ahrends: Lieber Robert, vielen lieben Dank für deine Zusammenfassung.
00:12:17: Johannes Ahrends: Spannendes Thema und bald mehr davon.
00:12:20: Robert Marz: Ja, Johannes, da sollten wir auf jeden Fall noch mal vertiefen.
00:12:23: Robert Marz: Da gibt es so viele Themen, über die wir noch reden müssen.
00:12:26: Robert Marz: Bis dahin danke ich euch da draußen fürs Zuhören.
00:12:29: Robert Marz: Wenn ihr mehr über ora2know oder über diese Themen wissen wollt,
00:12:32: Robert Marz: schaut doch mal in die Shownotes.
00:12:34: Robert Marz: Wir verlinken euch alles Spannende wie immer da drin.
00:12:36: Robert Marz: Und wir freuen uns ganz, ganz herzlich.
00:12:37: Robert Marz: Wir freuen uns ganz doll, wenn ihr auch die nächste Folge wieder zuhört,
00:12:40: Robert Marz: uns abonniert oder einen Like auf der Plattform eurer Wahl zulässt.
00:12:44: Robert Marz: Pferdchen sind immer gerne gesehen.
00:12:46: Johannes Ahrends: Ich wünsche euch eine schöne Zeit.
00:12:48: Johannes Ahrends: Tschau.
00:12:49: Robert Marz: Tschüss, bis dann.
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